Die nachhaltige Mobilitätsplanung tritt in Europa in eine neue Phase ein. Die Europäische Kommission hat 2026 die dritte Ausgabe ihrer SUMP-Leitlinien — Sustainable Urban Mobility Plan — veröffentlicht. Gleichzeitig verpflichtet die überarbeitete TEN-V-Verordnung 431 städtische Knoten im transeuropäischen Verkehrsnetz dazu, bis Ende 2027 einen nachhaltigen urbanen Mobilitätsplan zu verabschieden.
Diese europäische Entwicklung wird in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich umgesetzt. Die Grundlogik ist jedoch überall dieselbe: Mobilitätspläne sollen nicht mehr als statische Dokumente verstanden werden, sondern als lebendige, messbare und regelmäßig aktualisierte Steuerungsinstrumente.
In Deutschland gewinnt dieses Thema aktuell deutlich an Bedeutung. Mit dem nationalen Unterstützungsprogramm „nachhaltig.mobil.planen.“ fördert das Bundesministerium für Verkehr die Erstellung und Fortschreibung nachhaltiger urbaner Mobilitätspläne nach europäischem Vorbild. Für die deutschen städtischen Knoten des TEN-V-Netzes wird damit die Frage zentral, wie sich SUMP-Anforderungen effizient, datenbasiert und über die Zeit hinweg nachvollziehbar erfüllen lassen.
Frankreich und Spanien zeigen bereits, wie sich diese europäische Dynamik national konkretisiert. In Frankreich hat das Mobilitätsorientierungsgesetz — LOM — die früheren städtischen Verkehrspläne in Mobilitätspläne überführt. In Spanien strukturiert die Ley 9/2025 de Movilidad Sostenible den neuen Rahmen für nachhaltige Mobilitätsplanung.
Drei nationale Kontexte, aber eine gemeinsame Anforderung: ein belastbares Mobilitätsdiagnosebild, vergleichbare Indikatoren, kontinuierliches Monitoring und die Fähigkeit, daraus ein konformes Planungsdokument abzuleiten. Genau hier setzt Nextérité mit Trajespace und dem Modul Mobidiag an.
Mobilitätspläne müssen über die Zeit steuerbar werden
Mobilitätspläne können nicht länger als einmalig erstellte Strategiepapiere verstanden werden. Ob es um einen SUMP in Deutschland, die Fortschreibung eines Mobilitätsplans in Frankreich oder die erstmalige Erstellung eines PMUS in Spanien geht: Der Plan muss zu einem lebendigen Instrument werden, das Entscheidungen vorbereitet, Maßnahmen priorisiert und Ergebnisse sichtbar macht.
Für Städte, Kommunen, Aufgabenträger und Mobilitätsbehörden bedeutet das, zentrale Fragen beantworten zu können:
- Welche Mobilitätsströme prägen das Gebiet?
- Welche Verkehrsmittel werden tatsächlich genutzt?
- Welche Bereiche konzentrieren die wichtigsten Start- und Zielpunkte?
- Wo besteht ein Ungleichgewicht zwischen Mobilitätsnachfrage und öffentlichem Verkehrsangebot?
- Welche Maßnahmen bieten das größte Potenzial für eine Verlagerung auf nachhaltigere Verkehrsmittel?
- Wie lassen sich Entwicklungen über die Zeit messen und in ein konformes Planungsdokument überführen, ohne bei jeder Fortschreibung wieder bei null zu beginnen?
Klassische Methoden — punktuelle Befragungen, einzelne Zählungen — bleiben nützlich. Sie sind jedoch aufwendig zu wiederholen, nicht immer direkt vergleichbar und oft zu begrenzt, um Verhaltensänderungen kontinuierlich zu verfolgen und ein lebendiges regulatorisches Dokument zu speisen.
Trajespace: der Datenmotor für Diagnose und Monitoring
Trajespace ist der Mobilitätsanalyse-Motor von Nextérité und wird bereits bei Mobilitätsbehörden eingesetzt. Die Lösung rekonstruiert beobachtete Bewegungen in einem Gebiet entlang mehrerer Dimensionen: Ursprung-Ziel, Verkehrsmittel, Zeitraum, wahrscheinlicher Zweck der Fahrt und geografischer Bereich.
Trajespace ermöglicht insbesondere die Erstellung von:
- Ursprung-Ziel-Matrizen für Modellierungszwecke;
- Analysen des Modal Split zwischen Auto, Fußverkehr, Fahrrad und öffentlichem Verkehr;
- Indikatoren nach Zeitraum, Gebiet und Verkehrsmittel;
- kartografischen Darstellungen von Mobilitätsströmen;
- Identifikation von Bereichen, in denen das ÖPNV-Angebot im Verhältnis zur Nachfrage unzureichend erscheint;
- Szenarien zur Verkehrsverlagerung;
- Vorher-Nachher-Vergleichen zur Bewertung öffentlicher Mobilitätspolitiken.
Dieser Ansatz ermöglicht es Kommunen und Mobilitätsakteuren, von einer Momentaufnahme zu einem echten Monitoring-Ansatz überzugehen. Derselbe Datenmotor kann für die Erstdiagnose genutzt und anschließend in regelmäßigen Monitoring- oder Fortschreibungsphasen wiederverwendet werden.
Mobidiag: von der Diagnose zum konformen, lebendigen Planungsdokument
Gute Daten allein reichen nicht aus. Sie müssen in ein Planungsdokument übersetzt werden, das regulatorischen Anforderungen entspricht und über die Zeit aktualisiert werden kann.
Genau dafür wurde Mobidiag entwickelt, das Trajespace-Modul zur automatisierten Erstellung zentraler Bausteine von Mobilitätsplänen.
Mobidiag nutzt direkt die von Trajespace erzeugten Daten und Indikatoren, um wesentliche Bestandteile des Plans zu erstellen: räumliche Diagnose, Monitoring-Indikatoren, Szenarien zur Verkehrsverlagerung und analytische Elemente. Diese Inhalte können mit jeder Fortschreibung oder Aktualisierung angepasst werden, ohne das Dokument vollständig neu aufzubauen.
Damit entsteht die Verbindung zwischen Daten und Dokument. Ein Mobilitätsplan wird nicht nur zum Zeitpunkt seiner Einreichung konform, sondern bleibt mit der Entwicklung des Gebiets fortschreibbar.
Deutschland als neuer Schwerpunkt, Frankreich und Spanien als Referenzmärkte
In Deutschland entsteht mit den SUMP-Anforderungen für städtische Knoten und dem nationalen Unterstützungsprogramm ein starkes Zeitfenster. Städte und Kommunen müssen sich nicht nur mit der Erstellung eines Plans beschäftigen, sondern auch mit der Frage, wie Daten, Monitoring und Fortschreibung dauerhaft organisiert werden.
Frankreich und Spanien liefern dafür wertvolle Referenzen. In Frankreich stehen viele Mobilitätsbehörden vor der Überarbeitung bestehender Pläne oder der Erstellung vereinfachter Mobilitätspläne. In Spanien eröffnet die Ley 9/2025 einen Markt, in dem zahlreiche Gebietskörperschaften erstmals mit dieser Verpflichtung konfrontiert sind.
In allen drei Märkten liefern Trajespace und Mobidiag denselben Mehrwert: ein präzises Verständnis realer Mobilitätsnutzung, eine objektivierte Priorisierung von Maßnahmen und die Möglichkeit, Ergebnisse nachzuweisen und Planungsdokumente effizient fortzuschreiben.
Ein Werkzeug für Politik, Fachabteilungen und Planungsbüros
Für politische Entscheidungsträger bietet die Lösung eine klare Lesart der wichtigsten Mobilitätsthemen: dominante Verkehrsströme, erzeugende Gebiete, Autoabhängigkeit, Potenzial aktiver Mobilität und öffentlicher Verkehrsmittel.
Für Fachabteilungen stellt sie strukturierte und exportierbare Daten bereit: O-D-Matrizen, Indikatoren, Karten, Volumen, Distanzen und Geschwindigkeiten sowie bereits formatierte Planbausteine aus Mobidiag.
Für Planungsbüros und redaktionelle Teams ist Trajespace ein Beschleuniger für Diagnose und Dokumentenerstellung. Empfehlungen können auf einer objektivierten Datenbasis formuliert und die Produktionszeit des regulatorischen Dokuments deutlich reduziert werden.
Aus einer regulatorischen Pflicht ein Steuerungsinstrument machen
Die Chance, die durch den europäischen SUMP-Rahmen und seine nationalen Umsetzungen entsteht, beschränkt sich nicht auf die Erstellung eines Mobilitätsplans. Der eigentliche Mehrwert liegt in der langfristigen Steuerung.
Eine Erstdiagnose mit Trajespace kann der Einstieg in eine umfassendere Zusammenarbeit sein: regelmäßige Aktualisierung des Dokuments über Mobidiag, Monitoring bis zur nächsten Fortschreibung, Umweltindikatoren, Vorher-Nachher-Vergleiche, Simulation neuer Linien oder Analyse des Potenzials zur Verkehrsverlagerung.
In dieser Logik ermöglicht Nextérité, eine regulatorische Pflicht in ein echtes Steuerungsinstrument für Mobilitätspolitik zu verwandeln: von den Rohdaten bis zum konformen Planungsdokument.
Nextérité: Partner für messbare Mobilität
Nextérité unterstützt Verkehrsbehörden, Kommunen und öffentliche Akteure bei der Analyse, Überwachung und Interpretation von Mobilität — in Frankreich, Spanien und zunehmend auch im deutschen SUMP-Kontext.
Mit Trajespace für Diagnose und Monitoring sowie Mobidiag für die Erstellung und Aktualisierung des Planungsdokuments deckt Nextérité den gesamten Zyklus ab: messen, verstehen, steuern und konform bleiben, ohne wiederholt von vorn beginnen zu müssen.
Ob Sie einen SUMP für einen deutschen städtischen Knoten vorbereiten, einen Mobilitätsplan in Frankreich fortschreiben oder einen PMUS in Spanien erstmals erstellen: Dieser Ansatz eröffnet eine klare Chance, Mobilitätspläne verlässlicher, verständlicher und langfristig pflegbar zu machen.
Sie steuern einen Mobilitätsplan in Ihrem Gebiet? Sprechen wir darüber, wie Trajespace und Mobidiag in Ihren Ansatz integriert werden können.